Fieber – keine Krankheit

Fieber – eine heilsame Reaktion

Gelegentlich wird unser Organismus heimgesucht von Krankheitserregern. Um gesund zu bleiben bzw. es wieder zu werden, setzen wir uns mit diesen Erregern auseinander. Häufig merken wir gar nicht, dass unser Immunsystem arbeitet und uns schützt. Doch gelegentlich müssen Attacken so heftig abgewehrt werden, dass wir es zu spüren bekommen.

Unterstützung für das Immunsystem

In unserem Gehirn gibt es einen Bereich, den Hypothalamus, der unter anderem zuständig ist für die Regelung unserer Betriebstemperatur. Sie wird in der Regel auf etwa 37° C gehalten. Über Fühler auf der Haut und an den Organen laufen in diesem Bereich alle Informationen über die Umgebungstemperatur und die Kerntemperatur in unserem Körper zusammen. Wenn das Immunsystem eine besonders heftige Auseinandersetzung mit Krankheitserregern meldet, korrigiert der Hypothalamus die Solltemperatur nach oben. Da die Temperatur das Soll noch nicht erreicht hat, kann es zu Schüttelfrost kommen. Einerseits entsteht durch das Schütteln Wärme, andererseits helfen wir selbst die Körpertemperatur zu erhöhen, weil wir uns durch das Kältegefühl in warme Decken hüllen.

Eine weitere Maßnahme des Körpers ist es im Anfangsstadium die Durchblutung der Haut zu vermindern. Dadurch ist der Wärmeverlust über die Haut geringer, sie wird blass, trocken und kühl, bevor sie nach Erreichen der Fiebertemperatur heiß und rot wird.

Vorteile der erhöhten Temperatur

1.
In der Wärme des Fiebers wird die Vermehrung der Krankheitserreger gebremst.

2.
Im Immunsystem laufen die Abwehrreaktionen beschleunigt ab und vergrößern den Schutz unseres Organismus gegen die Eindringlinge.

Auswirkungen des Fiebers

Der im Fieber beschleunigte Stoffwechsel und das verstärkt arbeitende Abwehrsystem benötigen eine Menge Energie und schwächen dadurch den Körper, was er uns durch Mattigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Empfindlichkeit der Sinne (z.B. Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit) zu verstehen gibt.

Linderung der Beschwerden durch Fieber

Gänzliche Unterdrückung von Fieber bedeutet Unterdrückung der Heilreaktion.

Zur Linderung der Begleiterscheinungen von Fieber:

  • ausreichend Wasser oder Lindenblüten-Tee trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen
  • angewärmten Holundersaft trinken
  • lauwarmen, nicht kalten, Lappen auf die Stirn legen
  • für 20 Minuten kühle Wadenwickel anlegen, Temperatursenkung um ca 1°C (nicht bei Schüttelfrost)
  • durchgeschwitzte Wäsche wechseln
  • nur leicht zudecken, damit die Wärme abgeleitet werden kann
  • Bettruhe und Rückzug erleichtert es dem Stoffwechsel seine Arbeit zu leisten

Wann mit Fieber zum Arzt?

Säuglinge und Kleinkinder – ab 38°C und wenn das Fieber länger als 1 Tag bleibt
Bei älteren Kindern – ab 39° und wenn das Fieber länger als 3 Tage andauert

Auf alle Fälle, wenn die Ursache für das Fieber nicht klar ist.

Beobachtung nach Fieber

Bei Kindern kann nach Rückgang des Fiebers ein Entwicklungsschub beobachtet werden.